
Drei von vier pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden zuhause gepflegt. Die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf ist eine der herausragenden Herausforderungen unserer Zeit. Wie Konzepte für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Pflegeverantwortung aussehen können, ist eine der zentralen Frage der Zukunft.
Am 6. Mai veranstaltet der Bundesverband der AWO gemeinsam mit dem zukunftsforum familie e.V. eine digitale Fachtagung zu diesem hochaktuellen Thema. Und ich freue mich sehr, dass ich diese Online-Tagung als Moderatorin gestalten und begleiten darf. Es erwarten Sie spannende wissenschaftliche Impulse und Erfahrungsberichte aus der Beratungspraxis sowie aus Unternehmen, u.a. zu den Themen
- Herausforderungen für pflegende Angehörige (Prof. Dr. Andreas Hoff, Hochschule Zittau/Görlitz)
- Online-Pflege- und Seniorenberatung (Gudula Wolf, AWO Bundesverband)
- Intersektionale Perspektive auf sorgende Angehörige (Prof. Dr. Diana Auth, FH Bielefeld)
- Herausforderungen in Unternehmen (Sabine Barleben, Familienbüro der Charité)
Das Pflegezeitgesetz (PflegeZG) ermöglicht es zwar vielen Beschäftigten bis zu sechs Monaten Pflegezeit zu nehmen, um sich um pflegebedürftige nahe Angehörige zuhause zu kümmern. Darüber hinaus stehen jedoch viele Beschäftigte, die sich um Angehörige mit Pflegebedarf kümmern möchten oder müssen vor der Frage: Wie kann ich das mit meiner Berufstätigkeit vereinbaren? Und viele fühlen sich bei der Beantwortung dieser Frage alleingelassen. Für ihren Wunsch gibt es oft keine passenden Regelungen, Maßnahmen und Strukturen, um familiäre Pflege und Erwerbstätigkeit zu unterstützen. Daraus ergeben sich Belastungen – Zeitmangel, finanzielle Nöte, körperlicher und seelischer Stress – unter denen viele sorgende Angehörige leiden. Und das sind überwiegend Frauen, die in den meisten Fällen auch noch weitere familiäre Aufgaben mit ihren beruflichen Anforderungen ausbalancieren müssen.
Ziel der Veranstaltung ist es, die Sorge um Pflegebedürftige als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen, Konzepte für eine gute Vereinbarkeit zu diskutieren und weiterzudenken. Wenn Sie daran mitwirken möchten – sei es als Unternehmen, als Beratungsstelle, als Interessensvertretung, als Forschungseinrichtung oder als pflegende Angehörige – kann sich bis 26. April zu dieser kostenfreien, interaktiven Veranstaltung anmelden.